Energie und Strom Energieversorgung im Bergbau

Sicherheitsgerichtetes Antriebssystem für Schachtförderanlagen mit Netzrückspeisung

Aktualisierung: 2026-01-17

Problemdefinition

Branchenherausforderungen

  • 01 Extrem hohe Sicherheitsanforderungen für den Personentransport in vertikalen Schächten (SIL3)
  • 02 Bewältigung enormer Massenträgheitsmomente und zyklischer Lastspitzen beim Anfahren und Bremsen
  • 03 Instabile Versorgungsnetze in abgelegenen Minenstandorten, die empfindlich auf Oberschwingungen reagieren

Spezifische Schwachstellen

  • Hoher Verschleiß mechanischer Bremsen durch betriebsmäßiges Bremsen statt elektrischem Halten
  • Verlust großer Mengen potenzieller Energie als Abwärme beim Absenken von Lasten (Senkbetrieb)
  • Risiko des 'Rollbacks' (Rückrollens) beim Anfahren der Last am Hang oder im Schacht
  • Spannungsabfälle über lange Motorkabel bei tiefen Schächten (>1000m)

Analyse des Ist-Zustands

"Bestehende Systeme nutzen oft veraltete Widerstandsbremsung, was zu massiver Wärmeentwicklung unter Tage führt. Mangelnde Integration zwischen Antriebssteuerung und Sicherheitsbremssystem führt zu ruckartigen Stopps und mechanischer Belastung. Fehlende Redundanz in der Steuerungsebene gefährdet die SIL-Konformität."

Leistungsauswirkungen

Energierückgewinnung
≥ 90% der Bremsenergie im Senkbetrieb
Drehzahlregelgenauigkeit
± 0,01% der Nenndrehzahl (mit Encoder-Rückführung)
Netzoberschwingungen (Thdi)
< 5% am PCC (Point of Common Coupling) durch AFE-Technologie
Sicherheitsintegritätslevel
SIL 3 gemäß IEC 61508 für Not-Halt und Überdrehzahl
Reaktionszeit Sicherheitskreis
< 50 ms (Systemreaktionszeit)
Motorkühlung Wasser-Luft-Wärmetauscher (IC81W) für Untertage-Einsatz
Antriebstopologie Mittelspannungsumrichter (z.B. 3.3kV - 6.6kV) mit Active Front End
Bremsmoment Redundanz 200% des Nennmoments durch mechanische Sicherheitsbremsen
Technische Verifizierung

Diese Lösung wurde von Atlamech Engineering nach folgenden Standards validiert:

Details anzeigen

Technischer Umfang

  • Auslegung eines Mittelspannungs-Frequenzumrichtersystems (MV-VFD) mit Active Front End (AFE) für 4-Quadranten-Betrieb
  • Integration einer fehlersicheren SPS (Safety PLC) zur Überwachung der Geschwindigkeits- und Positionsgrenzwerte
  • Implementierung einer redundanten mechanischen Bremsansteuerung (Safe Brake Control - SBC)
  • Installation von Sinusfiltern zur Reduzierung von dU/dt-Spitzen bei langen Motorleitungen

Compliance-Standards

IEC 61508 (Funktionale Sicherheit sicherheitsbezogener Systeme)
IEC 61800-5-2 (Elektrische Leistungsantriebssysteme mit einstellbarer Drehzahl - Sicherheitsanforderungen)
TAS (Technische Anforderungen an Schacht- und Schrägförderanlagen - Bergbau)
IEEE 519 (Richtlinien für Oberschwingungen)

Implementierungsstrategie

Phase 1 (Woche 1-3): Bestandsaufnahme der Schachtmechanik, Seilparameter und Netzanalyse. Phase 2 (Woche 4-10): Engineering der Antriebstopologie und SIL-Architektur, Auswahl der AFE-Einheiten. Phase 3 (Woche 11-14): FAT (Factory Acceptance Test) mit Lastsimulation. Phase 4 (Woche 15-18): Installation unter Tage, Verkabelung der Sicherheitskreise. Phase 5 (Woche 19-20): SAT (Site Acceptance Test) mit Fallgewichtstests und Notbremsszenarien.
Wichtigste Liefergegenstände
Vollständiges E-Plan-Paket inklusive SIL-Berechnungsnachweis (Sistema/Pascal)
Inbetriebgenommenes Antriebssystem mit Lastübernahmeprüfung (Torque Proving)
Dokumentation der Netzrückwirkungsanalyse (THD-Report)

Beratungsnotizen

Sicherheitsarchitektur und Lastübernahme

Bei vertikalen Hubanwendungen ist die Torque Proving-Funktion (Lastübernahmeprüfung) kritisch. Der Frequenzumrichter muss ein ausreichendes Drehmoment aufbauen und bestätigen, bevor die mechanische Bremse geöffnet wird, um ein Absacken der Last ('Load Sag') zu verhindern. Dies erfordert eine enge Synchronisation zwischen Antriebsregler und Bremsenansteuerung.

Netzrückspeisung und Kühlung

Durch den Einsatz von Active Front End (AFE) Technologie wird die beim Absenken der Last generierte Energie netzsynchron zurückgespeist. Dies eliminiert die Notwendigkeit riesiger Bremswiderstände unter Tage, was die Kühllast der Bewetterung (Lüftung) signifikant reduziert. Die Dimensionierung der AFE-Einheit muss auf die Spitzenleistung des generatorischen Betriebs ausgelegt sein, nicht nur auf die motorische Nennleistung.

Redundanzkonzept

Für SIL3-Konformität ist eine zweikanalige Struktur der Sicherheitsfunktionen (z.B. Not-Halt, SLS - Safely Limited Speed) zwingend erforderlich. Die mechanische Bremse muss als 'Fail-Safe'-System (Federkraftbremse, hydraulisch gelüftet) ausgelegt sein und über zwei unabhängige Bremskreise verfügen.

Infrastruktur-Taxonomie

Mittelspannungs-Frequenzumrichter mit AFE (Active Front End)
Sicherheits-SPS (F-CPU) mit PROFIsafe-Protokoll
Hochleistungs-Asynchronmotoren oder Synchronmaschinen für Fördermaschinen
Hydraulische Scheibenbremsaggregate mit redundanten Ventilen
Sinusfilter für Mittelspannungsanwendungen
Typische Anwendungsmuster: Koepe-Förderung (Treibscheibenförderung) für tiefe Schächte Blair-Mehrseilfördermaschinen für Schwerlasten Personenförderkörbe mit strengen Ruck-Begrenzungen (Jerk limitation)

Zusammenfassung der technischen Beziehungen

Verwendete technische Komponenten

Active Front End (AFE), Sinusfilter, Fehlersichere SPS (Safety PLC)

Technische Einschränkungen

< 50 ms

Kern-Optimierungslogik

Lastübernahmeprüfung (Torque Proving), Safe Brake Control (SBC)

Zusammenfassung der Implementierungsbeispiele

Projekt-Kurzbeschreibung

Retrofit einer Schachtförderanlage mit rückspeisefähigem Mittelspannungsantrieb und SIL 3 Sicherheitssteuerung

Systemmaßstab
Mittelspannungs-Antriebsstrang (6,6 kV) für eine Doppeltrommel-Fördermaschine mit einer Nennleistung von 2.400 kW, ausgelegt für eine Teufe von 1.200 Metern.
Betriebsbedingungen
Einsatz in staubbelasteter Umgebung mit Umgebungstemperaturen bis 40°C; Wärmeabfuhr erfolgt über einen geschlossenen Wasser-Luft-Wärmetauscher (IC81W) zur Entlastung der Raumklimatisierung.
Implementierungsbeschränkungen
Einhaltung eines THDi von < 5% am Verknüpfungspunkt (PCC) gemäß IEEE 519 zur Netzstabilität sowie Gewährleistung einer Sicherheitsreaktionszeit von unter 50 ms im Not-Halt-Fall.

Technisches Wissenscluster

Dezentrale Energieversorgung und Elektrifizierung im Bergbau

Dieses Cluster adressiert die ingenieurtechnischen Anforderungen an autarke Stromnetze (Off-Grid) und hybride Energiesysteme in der Rohstoffindustrie. Die Suchintention ist primär 'Commercial Investigation', getrieben von der Notwendigkeit zur Senkung der Stromgestehungskosten (LCOE) und der Dekarbonisierung. Die Struktur verknüpft Erzeugung, Speicherung und Lastmanagement semantisch, um technische Synergien zwischen Microgrids und elektrifizierten Flotten abzubilden.

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